Die Wahl des richtigen Webhosters, was brauch ich für meine Webseite?

Veröffentlicht von

Webhosting-Anbieter gibt es viele, doch welcher ist der richtige für meinen Anwendungszweck. Wir selbst haben 20 Jahre Erfahrung mit unseren Webseiten und wissen daher, auf welche Aspekte Wert gelegt werden sollte.

Ähnlich wie bei einem Auto kommt es bei der Auswahl des Anbieters und des jeweiligen Tarifs mit Funktionsumfang darauf an, was Sie genau vorhaben. Eine kleine Vereinswebseite mit statischen HTML-Seiten hat andere Anforderungen wie ein Blog, welcher später mit Shopfunktionen erweitert werden soll. Die Anforderungen sind hierbei auch im Fluss, was zum Anfang an Leistung genügt hat, reicht später nicht mehr aus, wenn die Webseite über regelmäßige Besucherströme verfügt.

Die Wahl des richtigen Anbieters

Die gute Nachricht, nach unserer Erfahrung gibt es kaum noch schlechte Web Hosting Anbieter. Webhosting ist über die Jahre deutlich günstiger geworden. Auch in kleinen Tarifen werden heute viel Speicherplatz, Skriptsprachen, Datenbank und auch SSL-Zertifikate für die Verschlüsselung angeboten.

Dennoch lohnt es sich, die Tarifstruktur zu prüfen. Am Anfang genügt das kleine, günstige Webhosting-Paket. Erfolgreiche Projekte benötigen aber nach einiger Zeit mehr Leistung, sei es mehr Speicherplatz, Prozessorpower oder mehr Arbeitsspeicher. Daher ist es ideal, wenn der Anbieter diese Tarife im Angebot hat und einen einfachen Wechsel erlaubt. Ein Klick und das Projekt zieht automatisch in den neuen Tarif um, ohne umständliche Neuinstallation und Konfiguration. Nichts ist aufwändiger als ein komplettes Webangebot auf einen neuen Anbieter umziehen zu müssen.

Speicherplatz, Domains, E-Mail

Speicherplatz ist heute kaum noch ein Problem. Selbst Einstiegstarife bieten heute gerne mal 50 – 100 GB. Wir selbst betreiben gute 10 Webseiten und der Speicherplatz würde dafür locker ausreichen. Wichtig ist, zu prüfen, wie der Speicherplatz aufgeteilt ist. Oft teilen sich E-Mai-Accounts und Webseite den Speicherplatz. Bei einigen Anbietern kann der Speicherplatz frei aufgeteilt werden, bei anderen ist dies fest vorgegeben. Da E-Mails heute auch auf dem Server abgespeichert werden, sollten die E-Mail-Accounts genug Speicher zur Verfügung haben. 5 GB sollten hier als Minimum angeboten werden. Günstige Tarife bieten nur eine bestimmte Anzahl an Mail-Accounts.

Typische ideale Tarifstruktur, klein starten und skalieren

Auch bei den Domains gibt es Unterschiede. Bei vielen Anbieter sind die Domainkosten bereits inklusive, zumindest für eine bestimmte Anzahl an Domains. Andere Anbieter rechnen die Domains extra ab. Hier kommen schnell Kosten von 1 bis 3 Euro im Monat für eine Domain hinzu.

Ressourcenteilung

Einen großen Unterschied gibt es bei der Ressourcenverteilung. Achten Sie hier auf Begriffe wie „Shared“, „Garantierte Ressourcen“. Bei klassischen Webhosting-Tarifen teilen Sie sich den Server mit vielen anderen Kunden. Dies ist für kleine Webseiten erst mal kein Problem. Viele Webseiten haben nicht viele Zugriffe und benötigen nicht viel Rechenleistung. Der Server verteilt die Rechenleistung automatisch auf die Webseiten und Zugriffe.

Erst, wenn Ihr Webprojekt wächst, Sie einen Online-Shop oder ein komplexes Content-Management-System verwenden, sollten Sie darauf achten, dass der Tarif zugesicherte Leistung bietet. In diesem Fall wird ein Teil der Rechenleistung für Sie reserviert. Dies betrifft sowohl CPU, Arbeitsspeicher als auch Datenbanken.
Als Faustregel gilt auch, je teurer der Tarif und die zugesicherte Leistung, desto weniger Kunden hat der Anbieter auf einem Server.

Datenbanken, Scriptsprachen

Datenbanken und die Unterstützung von Scriptsprachen gehört inzwischen zum Standard. PHP und MySQL sind heutzutage auch in den kleinsten Tarifen Standard. Sollte dennoch ein Tarif nur statische HTML-Seiten zulassen, sollten Sie einen anderen Anbieter in Betracht ziehen.

PHP und MySQL sind in der Regel für die meisten Scripte und Anwendungen ausreichend. Systeme wie WordPress, Joomla, Drupal und Shopsysteme laufen damit problemlos.
Sollten Sie Bedarf an weiteren Scriptsprachen für Ihre Anwendung haben, müssen Sie genau hinschauen. Python, Ruby, Node.JS gehören nicht immer zum Standard. Oft ist hier einfacher Webspace nicht mehr ausreichend und Sie müssen für diese Fälle zum eigenen VServer greifen, welcher erheblich höheren Administrationsaufwand mitbringt.

SSL-Verschlüsselung

Vor ein paar Jahren noch optional, ist die SSL-Verschlüsselung inzwischen zum Standard geworden. Besonders wer Formulare einsetzt oder Benutzerdaten abfragt, kommt ohne Verschlüsselung, aus Datenschutzgründen, nicht mehr aus.

Einige Webspace-Anbieter bieten eine bestimmte Anzahl an kostenlosen SSL-Zertifikaten an. Besser ist es jedoch darauf zu achten, dass der Anbieter den kostenlosen SSL-Service „Let’s Encrypt“ unterstützt. Der Dienst erlaubt es beliebig viele Domains und Webseiten kostenlos mit einem SSL-Zertifikat auszustellen.
Sofern der Anbieter den Dienst unterstützt, muss dieser einfach nur in den Einstellungen aktiviert werden. Anschließend kümmert sich der Anbieter um die rechtzeitige Ausstellung und Aktualisierung der Zertifikate. Sofern Sie neue Domains dazu buchen, kosten zusätzliche Zertifikate auch keine extra Gebühr.

Backups

Fast jeder Anbieter legt automatisch Backups an. Im Fall der Fälle kann der Anbieter bei einem Hardwareausfall ihre Webseite automatisch wiederherstellen. Sie selbst sollten darauf achten, dass Sie diese Backups ebenfalls herunterladen können. Dynamische Systeme wie WordPress sollten regelmäßig gesichert werden, falls Sie mal einen Fehler bei der Konfiguration machen.

Zahlreiche Anbieter erlauben manuelle Backups, welche anschließend über FTP heruntergeladen werden können. Alternativ bieten einige Tarife auch einen SSH-Zugang zum Webspace. Mit etwas Fachkenntnis können Sie herüber auch die Erstellung von Backups automatisieren.

Fazit

Der Einstieg in Webhosting ist heute günstig und einfach möglich. Für einfache Webseiten kostet Webspace mit PHP und MySQL nur wenige Euro im Monat. Diese Anforderungen erfüllen die meisten Anbieter. Idealerweise achten Sie bei der Auswahl des Anbieters auf die Zukunft ihres Webprojekts. Bleibt es eine kleine Vereinswebseite? Dann genügt ein kleiner Webhoster mit einfachen Tarifen.

Soll das Projekt wachsen? Ein Online-Shop dazu kommen? Dann wählen Sie einen Anbieter, welcher es erlaubt, in den Tarifen mitzuwachsen.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert