Home-Office auf dem Weg nach draußen

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Zurück ins Büro!

Die Deutsche Bahn möchte ihre Mitarbeiter wieder häufiger ins Büro holen. Damit ist sie nicht allein. Von immer mehr Firmen hört man inzwischen: Leute, kommt bitte wieder öfter vor Ort.

Auch bei uns in der Firma gab es darüber ein längeres Ringen. Komplett abschaffen ließ sich das Home-Office nicht mehr, der Kompromiss liegt nun bei 40 Prozent der Arbeitszeit. Die Geschäftsleitung hätte ursprünglich lieber maximal 20 Prozent gesehen.

Auch die Deutsche Bahn möchte das Home-Office einschränken.

Während Corona wurde Home-Office in vielen Firmen praktisch über Nacht eingeführt. Und erstaunlicherweise hat das damals auch ziemlich gut funktioniert. Die Arbeit wurde erledigt, die Leute waren erreichbar und gefühlt war die Produktivität nicht schlechter als vorher.

Allerdings zeigt sich inzwischen auch die andere Seite. Ich erlebe beispielsweise Kollegen, die im Home-Office ihre zehn Stunden „leisten“ und nebenbei gefühlt noch ein Haus bauen. Natürlich betrifft das längst nicht jeden. Aber solche Fälle bleiben bei Arbeitgebern eben hängen – und liefern Argumente dafür, die Leute wieder häufiger ins Büro zu holen.

Ob die Mitarbeiter dort automatisch produktiver sind, ist eine ganz andere Frage. Wer im Büro keine Lust auf Arbeit hat, findet schließlich auch dort genügend Möglichkeiten, Zeit totzuschlagen. Der Unterschied ist nur: Im Büro sitzt man zumindest sichtbar am Arbeitsplatz.

Interessant finde ich auch, wie selbstverständlich manche davon ausgegangen sind, dass die schöne neue Arbeitswelt nun für immer so bleiben würde: arbeiten von überall, möglichst ohne feste Anwesenheitstage.

Ich habe von Leuten gehört, die bei einem Konzern in München angestellt sind, sich ihr Haus aber weit draußen auf dem Land gekauft haben – offenbar in der Annahme, nur noch selten ins Büro zu müssen. Andere arbeiteten gleich zeitweise von Mallorca oder sonst wo.

Wenn der Arbeitgeber dann plötzlich wieder drei oder vier Tage Anwesenheit pro Woche verlangt, ist das Erwachen natürlich groß. Ich fand es allerdings schon immer ziemlich mutig, Hauskauf oder Wohnortwahl auf die Annahme zu stützen, dass eine während Corona entstandene Home-Office-Regelung für die nächsten 20 Jahre unverändert bestehen bleibt.

Home-Office wird deshalb sicher nicht wieder verschwinden. Dafür sind die Vorteile viel zu groß. Ich möchte es selbst schließlich auch nicht missen.

Trotzdem kann ich nachvollziehen, warum viele Unternehmen inzwischen wieder mehr Präsenz verlangen. Gerade bei Abstimmungen macht es einen Unterschied, ob der Kollege zwei Büros weiter sitzt und ich kurz rübergehen kann oder ob ich dafür erst einen Teams-Anruf starten muss. Die Hemmschwelle ist digital eben doch ein Stück größer.

Am Ende wird sich vermutlich irgendwo dazwischen einpendeln: nicht mehr fünf Tage Büro wie früher, aber eben auch nicht die komplette Freiheit, von überall dauerhaft arbeiten zu können.

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