Brompton Faltrad

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Beim Podcasthören bin ich auf das Thema Falträder aufmerksam geworden. Ab und zu habe ich sowas mal im echten Leben gesehen, sahen etwas seltsam aus und irgendwie hatte ich auch keine Vorstellung, ob man darauf sinnvoll fahren kann. Eher eine Notlösung, mit der man mit vielleicht etwas schneller unterwegs ist als zu Fuß, mehr aber auch nicht.

Da ich plane umzuziehen und der nächste Bahnhof dann ca. 3 km weit weg ist, habe ich mir überlegt wie man das am Besten löst. Klar kann man laufen, dauert aber länger. Fahrrad am Bahnhof stehen lassen, eher doof. Fahrrad mitnehmen, umständlich ,kostet jedesmal extra und nicht immer ist die Fahrradmitnahme erlaubt.

Ein Faltrad löst diese Probleme. Nach etwas Recherche hat sich mein Bild bzgl. Falträder enorm gewandelt. Mit irgendwelchen Klapprädern von früher haben diese wenig gemein. Ich hatte als Kind sowas zu DDR-Zeiten. Ich kann mich gut daran erinnern wie es sich mal während der Fahrt auseinandergeklappt hat. 🙂

Stattdessen habe die modernen Räder einen ausgefuchsten Faltmechanismus, moderne Schaltungen und Bremsen. Eigentlich genauso wie ein großes Fahrrad. Einen guten Informationseinstieg bieten Webseiten, Blogs und diverse Foren. Einfach Suchen, es gibt jede Menge Diskussionen und Erfahrungsberichte zu verschiedenen Modellen. Einen guten Einstieg bieten Webseiten wie faltraeder.com/ oder auch faltradforum.de/. Geworden ist es Brompton.

Brompton Faltrad

Warum es ein Brompton geworden ist? Den Ausschlag hat die Komptaktheit im gefalteten Zustand gegeben. Mit den 16 Zoll Rädern und dem speziellen Faltmechanismus lässt es sich sehr kompakt zusammenfalten. Andere Räder bieten mehr Gänge und größere Räder, sind teilweise auch billiger, benötigen dafür auch mehr Platz. Da ich noch andere Räder (Tourenrad, Rennrad und Mountain Bike) habe, für alle anderen Gelegenheiten, sollte es für unterwegs so klein wie möglich sein, wenn man es zusammengefaltet transportiert.
Preislich liegt es im Mittelfeld. Los geht es bei ca. 1100 Euro, je nach Ausstattung wird es teurer. Meins hat 1700 Euro gekostet.

Faltmechanismus

Der Faltmechanismus lässt sich eigentlich nur mit genial umschreiben. Mit etwas Übung ist das Rad in weniger als 30 Sekunden einsatzbereit oder auch wieder zusammen gefaltet. Die Sattelstütze, welche man zuletzt einfährt fixiert das zusammmen gefaltete Rad, so dass man es anschließend bequem tragen kann. Am Gepäckträger sind Rollen angebracht, damit lässt sich das Rad auch ziehen. Wahlweise am Sattel oder am ausgeklappten Lenker. Vom Gewicht her, wiegt das Rad ca. 11kg. Lässt sich dadurch ohne Probleme tragen.

Brompton gefaltet

Ausstattung

So ein Brompton ist nicht unbedingt billig. Los geht es bei 1100 Euro. Dafür bekommt man die Basisvariante ohne Gangschaltung, ohne Licht und anderen Extras. Die kosten Geld.

Da wir hügelig wohnen, habe ich mich für die 6-Gang Schaltung entschieden. Dies war eine sehr gute Wahl. Man deckt damit so alles ab, schnell in der Ebene und auch die Berge kommt man gut hoch. Die Schaltung besteht aus einer 3-Gang Nabenschaltung und einer 2-Gang Kettenschaltung. Im flachen Land reichen vermutlich auch die 3 Gänge.

Bei der Beleuchtung habe ich mich für den Nabendynamo entschieden. Man kann natürlich auch Batterielicht verwenden. Ich habe aber lieber eine Beleuchtungsanlage, welche ich immer "dabei" habe und die immer funktioniert. Zur Ausstattung gehören noch Schutzbleche, welche denke Standard sind. Ohne macht es bei schlechtem Wetter keinen Spaß. Zusätzlich habe ich mir noch den Gepäckträger gegönnt. Zu Transportieren gibt es ab und zu etwas. Weiterhin habe ich noch bessere Rollen für den Transport im gefalteten Zustand anbringen lassen.

Fahren

Längere Strecken werde ich mit dem Rad wohl nicht zurück legen, obwohl es gehen würde. Dafür habe ich noch die anderen Fahrräder. Vom Fahrgefühl merkt man beim Treten kaum einen Unterschied zu einem großen Rad. Beim Lenken machen sich die kleinen Räder bemerkbar, allerdings ohne Gefühl von Unsicherheiten. Gelände geht auch, wobei man sich hier die kleinen Reifen schon mehr bemerkbar machen. Bei Regen und Sauwetter schützen die Schutzbleche recht gut.

Die 6-Gang-Schaltung deckt einen großen Bereich ab. Für Speed in der Ebene oder steil bergauf, kein Problem. Bei 6 Gängen fehlen die Abstufungen zwischen den Gängen. An die Nabenschaltung musste ich mich auch erstmal gewöhnen.

Nutzungsszenarien

Für ein kompaktes Fahrrad ergeben sich zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten. Ich selbst habe es mittlerweile fast immer im Auto mit dabei. Falls ich mal spontan ein Rad brauche, liegt es im Auto, nimmt kaum Platz weg und ist in einer Minute einsatzbereit. Beim normalen Fahrrad muss immer ein Rad ausgebaut werden und die Rücksitzbank umgeklappt werden. Das ist umständlich, man macht sich die Hände dreckig. All das fällt beim Brompton weg.

Bei Reisen im Zug verschwindet es in der Tasche und kann so ohne extra Gebühr mitgenommen werden. Auch im ICE, dort ist Fahrradmitnahme normal nicht erlaubt, kann das Rad in der Tasche mitgenommen werden. In der Tasche verpackt kann man nicht mehr darauf schließen, dass sich im inneren ein Fahrrad verbirgt. Am Zielort angekommen kann man das Rad ausklappen und weiterradeln. Perfekt.

Kauf

Gekauft habe ich das Brompton im Laden. Fahrräder gehören zu den Dingen, welche ich nicht im Internet bestellen würde. Passenderweise gab es bei mir in der Gegend einen spezialisierten Händler: Faltrad-Zentrale – Rad-Häusl. Dort konnte ich neben dem Brompton auch andere Falträder anschauen. Damit stand die Entscheidung für das Brompton schnell fest, kompakter geht es nicht. Noch zwei Modelle Probe gefahren, etwas beraten lassen und dann zugeschlagen. Das Rad wurde anschließend noch eingestellt und dann konnte ich das auch gleich mitnehmen.

Fazit

Ich finde das Brompton genial. Ich kann es überall hin mitnehmen, bin damit fast genauso schnell unterwegs wie mit einem Großen. Dank 6-Gang-Schaltung sind Berge kein Problem. Mit LED-Beleuchtung, Nabendynamo und Schutzblechen sind auch Schlechtwetterlagen kein Problem. Was mich besonders freut, besuche ich meine alte Heimat Lübben, kann ich nun auch im Zug ein Fahrrad mitnehmen. Klar der Preis ist nicht ganz ohne. Aber so ein Fahrrad hält viele viele Jahre und man spart natürlich auch, wenn das Auto mal stehen bleiben kann.

Und natürlich fällt man mit so einem Rad auf. 🙂

Brompton in der Tasche mit Bier

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