Chatkontrolle, Altersverifikation und die EU

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Chats kontrollieren, Zugriff aufs Internet kontrollieren. Die EU legt los, ohne demokratische Mehrheiten.

Vor ein paar Tagen beschloss die EU die freiwillige Chatkontrolle neu aufzulegen. Gut, eigentlich wurde es von der Mehrheit abgelehnt, aber da viele Abgeordnete im Sommerurlaub waren, gab es zwar eine Mehrheit, aber nicht Mehrheit genugt. Darauf haben die Initiatoren im Grunde abgezielt.

Chatkontrolle

Was das konkret bedeutet wird sich zeigen, aber die Sache ist mehr als bedenklich. Rein vorsorglich sollen die Anbieter nun Chats kontrollieren können. Natürlich zum Schutz der Kinder. Wie immer! Denkt denn niemand an die Kinder.

Freiwillig derzeit, aber hey, am Ende lässt sich so eine Maßnahme dann verpflichtend einführen und wo wir dann dabei sind, könnten wir ja auch auf andere Vergehen prüfen. Wo ein Trog ist, kommen die Schweine und so manche Maßnahme, welche für schwerste Tatbestände eingeführt wurde, wird am Ende fleißig für jede Kleinigkeit verwendet. Finanzämter stellen auch jedes Jahr einen neuen Rekord an Kontoabfragen auf.

Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten heißt es oft. Technische Systeme machen Fehler, erkennen Inhalte falsch. Microsoft und Co scannen schon heute die Speicher ihrer Kunden durch und im Zweifelfall sperrt dann die KI das Konto, weil irgendein Foto missinterpretiert wurde.

Eine Kontosperre ist das eine, schwerwiegender dürften übereifrige Ermittlungsbehörden sein, die nicht lange fackeln und eine Hausdurchsuchung vornehmen. In Zeiten in denen bereits wegen Meinungsäußerungen durchsucht wird hält man besser den Bademantel in Griffweite.

Alterskontrolle als Vorwand zur Identifikation

Nachdem das erste Ding durchgeboxt wurde, kommt gleich das Nächste. Auch hier zum Schutze der Kinder und Jugendlichen, die Altersverifikation. Wie es genau funktioniert ist auch unklar, aber grob kristallisiert sich heraus, dass wir alle brav eine digitale Wallet mit Altersnachweis auf Smartphone oder dem Computer haben um uns gegenüber Diensten und Webseiten ausweisen zu können.

Ein Schritt weiter sind wir bei der Eindämmung von Hass und Hetze in sozialen Netzwerken und es wäre doch toll, wenn man wüsste wer hinter einem Account steckt.

Gegenmaßnahmen

Neben politischer Kritik bleiben vor allem technische Lösungen. Dezentralisierung. Statt sozialen Medien die eigene Webseite und Blog. Privat bin mit meinen Daten aus der Cloud ausgezogen und verwende jetzt Syncthing.

Alle Computer und Server sind verschlüsselt, Nutzung von VPN und Messengern, welche es mit Verschlüsselung ernst meinen, wie Signal.

Das sind alles nur Teilbereiche und vollständige Unabhängigkeit gibt es nicht, aber zumindest würde es den Aufwand nach oben treiben und zumindest etwas Schutz bieten.

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