Apple und das MacBook Neo

Veröffentlicht von

Günstiges MacBook schockt den Markt.

Apple und günstige Hardware? Das klang lange ungefähr so wahrscheinlich wie ein günstiger Ferrari. Zwar gab es bei iPad und Co. schon immer Einstiegsmodelle, aber ein neuer Apple-Laptop unter 1000 Euro war bisher eher die Ausnahme.

Mit dem MacBook Neo ändert sich das nun. Der Einstiegspreis liegt bei rund 699 Euro, mit Bildungsrabatt für Schüler und Studenten sogar bei 599 Euro.

Damit betritt Apple plötzlich ein Marktsegment, das bisher fast komplett von günstigen Windows-Laptops und Chromebooks dominiert wurde.

Der klassische 700-Euro-Laptop

Wer schon einmal einen Laptop in dieser Preisklasse gekauft hat, kennt das Spiel.

Für rund 700 Euro bekommt man bei vielen Herstellern in der Regel: Plastikgehäuse, mittelmäßige Displays, Touchpads mit der Präzision eines nassen Stücks Seife und Akkulaufzeiten, die eher an ein Smartphone aus dem Jahr 2012 erinnern.

Selbst teurere Business-Geräte schaffen teilweise nur einfache Full-HD-Panels. Und ein wirklich gutes Touchpad bei Windows-Laptops ist bis heute eher die Ausnahme als die Regel.

Mein ThinkPad, das deutlich mehr gekostet hat, hat beispielsweise ein kleines, eher mäßiges Touchpad und ein Display, das draußen kaum nutzbar ist. Dazu kommt eine CPU die gerne mal auf 100 Grad heizt.

Apple versucht genau hier anzusetzen.

Das MacBook Neo kommt im Aluminiumgehäuse, mit ordentlichem Display, langer Akkulaufzeit und einem Chip, der für typische Aufgaben wie Surfen, Office oder Streaming mehr als ausreichend ist.

Herrje – mit vergleichbarer Hardware haben wir vor ein paar Jahren noch problemlos deutlich anspruchsvollere Dinge erledigt.

Natürlich gibt es auch hier Kompromisse. RAM und SSD sind nicht üppig dimensioniert, aber für die Zielgruppe dürfte das völlig ausreichen.

Der eigentliche Trick: das Apple-Ökosystem

Das MacBook Neo ist vermutlich weniger ein Laptop – und mehr eine strategische Eintrittskarte ins Apple-Universum.

Die Zielgruppe sind junge Nutzer: Schüler, Studenten oder Menschen, die bisher eher zu günstigen Windows-Geräten greifen.

Viele davon besitzen heute bereits iPhone, AirPods und iPad. Da liegt es nahe, auch beim Laptop im gleichen System zu bleiben.

Und genau hier greift Apples Lock-in-Effekt.

Geräte arbeiten nahtlos zusammen, Daten synchronisieren automatisch über iCloud und viele Funktionen funktionieren nur richtig gut innerhalb des Apple-Kosmos.

Wer einmal drin ist, bleibt meist auch dort.

Denn je mehr Geräte man nutzt, desto höher werden die Wechselkosten.
Fotos, Apps, Backups, Gesundheitsdaten, Passwörter, Chat-Historien – alles hängt irgendwann zusammen.

Kaum jemand hat Lust, dieses digitale Leben komplett auf ein anderes System umzuziehen.

Ein Angriff auf den Budget-Laptop-Markt

Mit dem Neo greift Apple genau die Kategorie an, die bisher von günstigen Windows-Laptops dominiert wurde.

Und dort sah es in den letzten Jahren oft eher nach Kompromissverwaltung aus: Geräte mit Plastikgehäusen, mittelmäßigen Displays und einer Lebensdauer, die sich manchmal erstaunlich stark an der Garantiezeit orientiert.

Wenn Apple hier ein solides Gerät mit guter Akkulaufzeit und hochwertiger Verarbeitung liefert, könnte das für viele Käufer plötzlich eine sehr interessante Alternative sein.

Gerade weil der Preisunterschied zu vielen Windows-Geräten inzwischen gar nicht mehr so groß ist. Dazu kommt der aktuelle Zustand von Windows, bei dem Microsoft versucht, an jeder Ecke Werbung, Cloud und KI in den Hals der Nutzer zu stopfen.

Fazit

Mit dem MacBook Neo bringt Apple erstmals einen Laptop auf den Markt, der preislich in Regionen vordringt, die bisher eher Windows-Geräten vorbehalten waren.

Das Gerät selbst ist wahrscheinlich nur der Anfang.

Der eigentliche Effekt könnte sein, dass noch mehr junge Nutzer früh ins Apple-Ökosystem einsteigen – und dort dann auch bleiben. Als Apple-Aktionär freut mich das natürlich.

Und wenn Apple damit Erfolg hat, könnte ein günstiger Laptop für unter 700 Euro am Ende mehr Einfluss auf den Markt haben als so manche High-End-Pro-Maschine für 3000 Euro.

Vielleicht hat es ja sogar etwas Gutes – und andere Hersteller ziehen nach und verbessern ihre eigenen Laptops.

 

 

Ein Kommentar

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert